Minimal Legends

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The “Minimal Legends” exhibition in Venice showcases works by international masters of Minimal Art in a historic palace. One of Frank Stella's works particularly caught my attention (image).

Two squares of equal size placed side by side, each divided into twelve colored sections.

In the center of both square image areas is a square; the remaining colored areas are designed as frames that grow larger toward the outside. In the right-hand square, the central area is dark green. Every other frame is outlined in shades of green that grow lighter toward the outside. The second-to-last frame, before the image ends, is white.

The central green square is enclosed by a frame in its complementary color, red. In contrast to the green frames, which grow lighter toward the edges, the other frames—starting from the central red—are rendered in the hues of the light spectrum: orange and yellow, then green, blue, and violet as the outermost frame at the edge of the image.

In the fourth frame of the spectral colors, counting from the outside, the dark green from the square in the center of the image is taken up. Here, the interweaving of the two different color gradients overlap.

In contrast, the same green appears as the outermost frame in the right-hand square image field. From here, the shades of green grow lighter toward the center in every other frame. The last frame before the central square here remains white.

From the center of the image, starting from the violet square in the middle, the spectral colors unfold outward. The gradient ends in the penultimate frame, which is bordered in red when counted from the outside.

When viewed together, the two square sequences create two interlaced representations that run in opposite directions. The sequence that runs from the inside out on the left runs from the outside in on the right, and vice versa.

This juxtaposition of two opposing color gradients—each reversed in the respective compositions—creates a harmonious overall composition that, upon prolonged viewing, generates a sense of spatial depth. It is not clearly definable whether this depth opens up into the room toward the viewer or whether the wall opens up, creating the impression of a space receding away from the viewer.

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Die Ausstellung "Minimal Legends" zeigt in Venedig Werke von internationalen Größen der Minimal Art in einem historischen Palast. Eines der Werke von Frank Stella hat mich besonders interessiert (Abbildung).

Zwei gleich große Quadrate nebeneinander, welche jeweils in zwölf Farbflächen unterteilt sind.

In der Mitte beider quadratischen Bildflächen findet sich ein Quadrat, die übrigen Farbflächen sind als nach außen größer werdende Rahmen gestaltet.

Im rechten der beiden Quadrate ist die mittig Fläche dunkel grün gestaltet. Jeder zweite Rahmen ist in nach außen heller werdenden Grüntönen gefasst. Der Vorletzte, bevor der Bildträger endet, ist weiß.

Das mittigen grüne Quadrat wird von einem in der Komplementärfarbe Rot gefassten Rahmen umschlossen. Wechselseitig zu den nach außen hin heller werdenden, grünen Rahmen, sind die jeweils anderen Rahmen vom mittigen Rot ausgehend in den Farbtönen des Lichtspektrums gehalten. Über Orange und Gelb zu Grün, Blau und Violett als äußerster Rahmen an der Bildkante.

Im von außen gezählt vierten Rahmen der Spektralfarben wird das dunkle Grün aufgegriffen aus dem Quadrat in der Bildmitte aufgegriffen. Hier überschneiden sich die Verschränkungen der beiden unterschiedlichen Farbverläufe.

Dem gegenüber gestellt findet sich im rechten der beiden quadratischen Bildfelder das selbe grün als äußerster Rahmen. Von hier werden die Grüntöne in wieder jedem zweiten Rahmen zur Mitte hin heller. Der letzte Rahmen vor dem hier mittigen Quadrat bleibt weiß.

Aus der Bildmitte heraus entfalten sich, ausgehend vom Violetten Quadrat in der Mitte, die Spektralfarben nach außen. Der Verlauf endet im von außen gezählt rot gefassten vorletzten Rahmen.

So entstehen in der kombinierten Betrachtung beider quadratischen Abfolgen zwei gegenläufig verschränkte Darstellungen. Jene Abfolge, die links von innen nach außen verläuft, tut dies rechts von außen nach innen und umgekehrt.

Durch diese nebeneinander Stellung von zwei gegenläufigen Farbverläufen, die jeweils in den beiden Kompositionen umgekehrt wurden, entsteht eine harmonische Gesamtkomposition, die bei längerer Betrachtung eine räumliche Tiefe erzeugt. Dabei ist nicht klar definierbar, ob sich diese Tiefe in den Raum, hin zum Betrachter eröffnet oder die Wand geöffnet wird und ein Raum weg vom Betrachter zu entstehen scheint.

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Square on its tip